Schlag gegen Krypto-Betrug – was Geschädigte jetzt wissen müssen

Polizei erfolgreich gegen Krypto-Betrug

In einer Pressemitteilung vom 22. November 2022 teilte die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg mit, dass den Zentralstellen Cybercrime Sachsen und Bayern ein entscheidender Schlag gegen Krypto-Betrug gelungen sei.

Beteiligt an den Ermittlungen waren nicht nur besagte Zentralstellen, sondern auch verschiedene weitere deutsche Polizeibehörden. Die Ermittlungen richten sich gegen ein kriminelles Netzwerk, das im Verdacht steht, durch Krypto-Betrug Vermögensschäden in Millionenhöhe verursacht zu haben.

Polizei erfolgreich gegen Krypto-Betrug – das Wichtigste in Kürze

  • Bei Durchsuchungen in fünf Ländern wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.
  • Die Beschuldigten stehen im Verdacht, betrügerische Trading-Plattformen betrieben zu haben, mit denen kein echter Handel betrieben werden konnte. Vielmehr dienten sie lediglich dazu, Kursverläufe zu simulieren, um potenzielle Betrugsopfer zur Einzahlung immer höherer Geldbeträge zu verleiten.
  • Wenn Sie Opfer einer Betrugstat geworden sind, die im Zusammenhang mit Kryptowährungen steht, sollten Sie überprüfen, ob diese Tat unter Verwendung einer der Plattformen begangen wurde, die nunmehr konkreten Tatverdächtigen zugeordnet werden können.
  • In diesem Fall sollten Sie einen Fachanwalt konsultieren, der auf Anlagebetrug im Internet spezialisiert ist. Dieser kann Sie dabei unterstützen, einen Abgleich mit den Ermittlungsergebnissen durchzuführen, sodass Sie gegebenenfalls Entschädigungsansprüche gegen die mutmaßlichen Betrüger geltend machen können.
  • Sie können mir über das Kontaktformular auf dieser Webseite eine Anfrage senden. Schildern Sie dazu alle notwendigen Details und nennen Sie insbesondere den Namen der Trading-Plattform, unter deren Verwendung die betrügerischen Handlungen begangen wurden. Ich werde mich zeitnah bei Ihnen melden und Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung Ihres individuellen Falles rückmelden.

Schlag gegen Krypto-Betrug in fünf Staaten

An der gemeinsamen Aktion waren Ermittlungsbehörden diverser Länder, darunter Georgien, Nordmazedonien und der Ukraine beteiligt. Am 8. November 2022 wurden Dutzende von Immobilien in verschiedenen Ländern durchsucht. Die Durchsuchungsaktionen ermöglichten die Sicherstellung vielerlei Beweismittel gegen die mutmaßlichen Betrüger, durch welche der Tatverdacht weiter erhärtet werden konnte. Nach Angaben der Bamberger Generalstaatsanwaltschaft kam es auch zu mehreren Festnahmen. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte weiterhin mutmaßlich rechtswidrig erlangte Vermögenswerte.

Am 8. November 2022 wurden allein in Georgien und Nordmazedonien auf Grundlage der von den Zentralstellen für Cyberkriminalität Bayern und Sachsen gesammelten Beweise insgesamt sechs Callcenter und 25 weitere gewerbliche und private Einrichtungen durchsucht. Die Ermittlungshandlungen konzentrierten sich auf die georgische Hauptstadt Tiflis. An den Durchsuchungsmaßnahmen waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft fünf Staatsanwälte und mehr als 60 deutsche Polizisten und Computerforensiker beteiligt.

Das kriminelle Netzwerk ist bereits seit einigen Jahren unter dem Namen “Milton Group” bekannt. Bereits seit mehreren Jahren wurde unter der Federführung des bayerischen und sächsischen Landeskriminalamts gegen die Drahtzieher ermittelt.

Die Vorwürfe wiegen schwer. Die Ermittlungsbehörden legen den Beschuldigten gewerbsmäßiger Bandenbetrug, Geldwäsche und Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Last.

Umfangreiche Polizeiaktion gegen Krypto-Betrug

In Georgien waren mehr als 300 Ermittler an den Durchsuchungen beteiligt. In diesem Rahmen sollen fünf Tatverdächtige festgenommen und mehr als 50 Vernehmungen durchgeführt worden sein.

Parallel fanden polizeiliche Maßnahmen auch in Nordmazedonien, Albanien, in der Ukraine und in Bulgarien statt.Ddie Ermittlungshandlungen wurden zumeist in den jeweiligen Hauptstädten durchgeführt, wo die Betrüger ihren Wohnsitz hatten oder scheinbare “Callcenter” unterhielten. Die Ermittlungen in Albanien wurden durch rund 30 Beamte aus Spanien unterstützt.

In den fünf Staaten wurden insgesamt 15 “Callcenter” sowie 27 weitere Objekte durchsucht, die einen Bezug zur “Milton Group” haben sollen. In Kiew lösten die Ermittler ein Büro auf, in welchem sich mehr als 800 Mitarbeiter befanden. Es ist jedoch bislang unklar, ob alle von den Ermittlern dort angetroffenen Mitarbeiter für die mutmaßlich kriminelle “Milton Group” arbeiteten.

Während der gesamten Aktion wurden etwa 500 Computer, Notebooks, Smartphones und andere elektronische Endgeräte beschlagnahmt. Außerdem wurden zahlreiche Dokumente zwecks weiterer Untersuchungen sichergestellt. Die Auswertung der mutmaßlichen Beweismittel dürfte viele Monate in Anspruch nehmen.

Darüber hinaus beschlagnahmte die Polizei und Staatsanwaltschaft Vermögenswerte in der Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags. Dabei handelt es sich um Bankkonten, Krypto-Wallets und diverse andere Wertgegenstände.

Ermittlungsbehörden erfolgreich gegen Krypto-Betrug – warum dies Geschädigten Mut machen kann

In den vergangenen Jahren brachten die Täter tausende Anleger durch verschiedene Betrugsmaschen um teils hohe Geldbeträge. Die Vermögensschäden, die einzelnen Opfern entstanden sind, belaufen sich zum Teil auf mehrere Zehntausend Euro.

Warum sich Krypto-Betrug oft nur schwer aufklären lässt

Es gibt viele Gründe, warum sich Ermittlungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen schwierig gestalten. Einer der Hauptgründe ist, dass Kryptowährungen beziehungsweise die entsprechenden Transaktionen fast vollständig anonym sind.

Es gibt bislang kaum eine Möglichkeit, eine Transaktion zurückzuverfolgen, wenn die Strafverfolger nicht wissen, wer die beteiligten Parteien sind. Dadurch wird es sehr schwer, Straftaten aufzudecken, die mit Kryptowährungen in einem Zusammenhang stehen und die Täter schlussendlich vor Gericht zu stellen.

Ein weiterer Grund, warum Ermittlungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen so schwierig sind, ist der, dass es keine zentrale Behörde gibt, die alle Transaktionen erfasst. In klassischen Währungssystemen sind zumeist die Notenbanken der zentrale Ort, an dem alle Transaktionen registriert werden, die innerhalb eines Währungsraums erfolgen.

Dies umfasst sowohl die Binnentransaktionen als auch den gesamten Zahlungsverkehr, der aus dem jeweiligen Währungsraum in einen anderen erfolgt oder umgekehrt. Dies erleichtert die Aufklärung von Straftaten, da Behörden relativ einfach nachverfolgen können, wohin Gelder gesendet werden.

Diese Anonymität liegt im Konzept der Kryptowährungen begründet und die fehlende staatliche Kontrolle ist dabei explizit beabsichtigt. Dies mag sicher gewisse Vorteile mit sich bringen. Es führte in den letzten Jahren jedoch auch dazu, dass Kryptowährungen immer häufiger im Kontext von Straftaten öffentliche Beachtung fanden. Teilweise wurden rechtswidrige Taten mittels digitaler Währungen finanziert oder belohnt, in vielen anderen Fällen waren sie zentrales Element von Betrugsmaschen.

Schlag gegen Krypto-Betrüger – warum sich Kriminelle nicht sicher fühlen sollten

Trotz der vermeintlichen Anonymität der Blockchain werden in letzter Zeit immer mehr Straftaten, die im Zusammenhang mit Kryptowährungen stehen, aufgeklärt. Der Grund dafür sind Fortentwicklungen auf dem Gebiet der IT-Forensik. Insbesondere betrifft dies die ermittlungstechnischen Möglichkeiten bei Straftaten unter Verwendung der Blockchain.

Das Nadelöhr, durch das Betrüger hindurch müssen, sind stets die großen Kryptobörsen. Deren Dienstleistungen müssen die Täter in Anspruch nehmen, um digitales Geld in echtes FIAT-Geld zu konvertieren. Bei den Kryptobörsen handelt es sich heute um international bekannte, oftmals börsennotierte Unternehmen, die sich deshalb umfassend regulieren lassen mussten.

Um den Ansprüchen internationaler Geldwäschegesetze gerecht zu werden, sind diese Kryptobörsen gezwungen, die Identität sämtlicher Nutzer festzustellen und die erhobenen Daten beim Verdacht auf eine Straftat an die zuständigen Ermittlungsbehörden weiterzuleiten. Wenngleich sämtliche Transaktionen innerhalb der Blockchain anonym sind, gibt es inzwischen diverse Ermittlungsansätze. Diese werden unter dem Oberbegriff “Crypto-Tracing” zusammengefasst, mit denen sich die Identität von Cyberkriminellen feststellen lässt.

Was Geschädigte nach dem Schlag gegen Krypto-Betrug wissen müssen

Betrüger nutzten gefälschte Trading-Plattformen

Die Betrugsmaschen wurden zumeist unter Nutzung von Trading-Plattformen durchgeführt. Diese hatten keine reale Funktion und erweckten lediglich den Anschein, dass mit ihnen realer Handel an den Kryptomärkten möglich wäre. Potenzielle Opfer wurden in Telegram-Kanäle gelockt und oftmals zu einer geringen Ersteinzahlung animiert.

Sobald diese erfolgt war, simulierten die Betrüger mittels der gefälschten Trading-Plattform einen besonders vorteilhaften Verlauf der Investition. So wurden die Betrugsopfer dazu animiert, weitere Einzahlungen durchzuführen.

Sobald von den Opfern eine Auszahlung verlangt wurde, schoben die Betrüger Gründe vor, warum diese nicht möglich sei. Oftmals wurden die Betrugsopfer aufgefordert, weitere Überweisungen zur Deckung ominöser Gebühren, Steuern und weiterer Unkosten zu tätigen.
Angesichts des jüngsten Schlags gegen Krypto-Betrug besteht nun eine gute Chance für betrogene Anleger, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Auch Entschädigungszahlungen sind möglich.

Geschädigte müssen Ansprüche geltend machen

Sind Sie Opfer einer solchen Betrugsmasche geworden, besteht die Aussicht auf Entschädigung nur dann, wenn Sie Ihre Ansprüche geltend machen und begründen können. Auch wenn die Ermittlungsbehörden nunmehr erfolgreich gegen Krypto-Betrug vorgehen und die Drahtzieher festnehmen könnten, begründet sich daraus allein kein Anspruch auf Entschädigung für die Opfer.

Die derzeitigen Strafverfahren dienen letztlich dem Zweck, die Täter zu bestrafen. Um finanzielle Entschädigungsforderungen zu stellen, müssen die Betrugsopfer eigene Schritte unternehmen, um ihre Ansprüche durchzusetzen. Zwei Möglichkeiten sind dazu geeignet:

  1. Das Adhäsionsverfahren: Sind Sie Opfer einer Straftat geworden, durch die Ihnen ein geldwerter Schaden entstanden ist, können Sie noch vor der Hauptverhandlung einen Antrag stellen, mit dem Sie Ihre vermögensrechtlichen Ansprüche geltend machen. Sie können diesen Antrag entweder an das Gericht richten, welches für die Hauptverhandlung zuständig sein wird oder aber noch vor Erhebung der Anklage bei der Staatsanwaltschaft einreichen. Nach der Strafprozessordnung muss die Staatsanwaltschaft diesen Antrag zusammen mit der Anklage bei dem Gericht einreichen, zu dem die Anklage erhoben wurde. Über die Zulässigkeit des Antrags und gegebenenfalls spätere Entschädigungsansprüche entscheidet dann das zuständige Strafgericht (Strafrichter oder Schöffengericht bei den Amtsgerichten, Strafkammern bei den Landgerichten).
  2. Zivilrechtliches Verfahren: Unabhängig vom Strafverfahren können vermögensrechtliche Ansprüche auch auf zivilrechtlichem Wege durchgesetzt werden. In diesem Fall wird über die Berechtigung und den Umfang von Entschädigungsansprüchen nicht durch das zuständige Strafgericht, sondern gemäß den Vorschriften der Zivilgerichtsbarkeit entschieden.

Warum Sie einen spezialisierten Fachanwalt beauftragen sollten, um Ihre Ansprüche durchzusetzen?

Wenngleich die Ermittlungsbehörden einen erfolgreichen Schlag gegen Krypto-Betrug setzen konnten, ist dies nicht gleichzusetzen mit der Aussicht auf Rückzahlung der gestohlenen Gelder. Vor allem dadurch, dass die Betrügerbande international agierte, entstehen diverse rechtliche Fallstricke, die von Laien kaum erkannt werden können.

Die Durchsetzung von Entschädigungsansprüchen ist schon bei Straftaten, die in Deutschland verübt wurden, regelmäßig ein äußerst schwieriges Unterfangen; dies gilt umso mehr, wenn Straftaten aus verschiedenen Ländern heraus begangen wurden und entsprechend auch Strafverfolgungsbehörden aus diversen Staaten involviert sind.

Es ist naheliegend, dass sich hieraus ein komplexes Geflecht von Zuständigkeiten ergeben kann. Um Vermögensansprüche effektiv und rechtlich einwandfrei geltend zu machen, sind vor allem in Verfahren von internationalem Ausmaß viele verschiedene rechtliche Aspekte zu beachten, die nur ein spezialisierter Fachanwalt angemessen behandeln kann.

Ohne fachkundige juristische Unterstützung laufen Sie ansonsten Gefahr, trotz einer möglichen Verurteilung der Täter die Ihnen zustehenden Entschädigungsansprüche zu verwirken.
Insbesondere dann, wenn Ihnen Vermögensschäden in Höhe von mehr als 5.000 Euro entstanden sind, sollten Sie einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen.

Sind Sie Opfer eines Krypto-Betrugs geworden, können Sie über das Kontaktformular auf dieser Seite eine kostenlose Ersteinschätzung Ihres Falles anfordern. Bitte schildern Sie mir dazu alle notwendigen Details, vor allem den Namen der Trading-Plattform, unter deren Verwendung die Betrugstat durchgeführt wurde. Ich melde mich dann zeitnah bei Ihnen, um das weitere Vorgehen in der Angelegenheit mit Ihnen zu besprechen.

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