Fernwartung per Remote-Zugriff – so funktioniert AnyDesk und diese Risiken stecken dahinter

Der Bedarf auf Fernzugriffe und Fernwartungen steigt stetig. Demnach gibt es bereits zahlreiche Anbieter, die einen derartigen Service verkaufen sowie unterschiedliche Programme auf dem Markt. Selbst von den bekannten Betriebssystemen wie Microsoft und Linux gibt es inzwischen eigene Tools für den Remote-Zugriff.

Die Nutzung von Remote-Software und das von jedem Ort der Welt klingt erst einmal verlockend. Doch Fernwartung ist in der Regel eher langsam und funktioniert nicht mit jedem Betriebssystem.

AnyDesk möchte das genaue Gegenteil beweisen und agiert in vielen Bereichen anders als die Konkurrenz. Doch wie funktioniert AnyDesk im Detail und ist AnyDesk gefährlich? Ich habe die Software genauer unter die Lupe genommen und berichte Ihnen in diesem Artikel alles Wissenswerte über den Anbieter und die Risiken.

Was genau ist AnyDesk?

Die erste Frage, die vermutlich auftaucht, ist, was genau AnyDesk eigentlich ist. Jeder spricht aktuell davon, doch nur wenige wissen im Detail, was die Software zu bieten hat und ob AnyDesk tatsächlich gefährlich ist. Im Grunde genommen ist AnyDesk auch wie andere Programme eine Fernwartungssoftware, die spezielle Remote-Verbindungen aufbaut, damit Sie Ihren Computer von der Ferne aus uneingeschränkt nutzen können.

Die Software gibt es derzeit für alle gängigen Betriebssoftware-Programme wie etwa Windows, Android, macOS, iOS, Linux und andere. Bei Windows können Sie zudem entscheiden, ob Sie eine exe-Datei oder einen Microsoft Installer nutzen möchten.

Damit die Datenübertragung einwandfrei funktionieren kann, verwendet die Software eine Verschlüsselung TLS 1.2 mit 128 Bit Schlüsseln. Das bedeutet, dass die bereitgestellten Verbindungen als sicher gelten und allen Datenschutzbestimmungen entsprechen. Spätestens mit der Übertragung vom Server auf das Remote-System kommt es bei den meisten Anbietern zu ersten Problemen. AnyDesk nutzt deshalb für die Bereitstellung der Bildschirminhalte Video-Codec DeskRT, um dieses häufige Problem zu minimieren.

AnyDesk gibt es in unterschiedlichen Lizenzen zu kaufen. Je nachdem, welche Lizenz Sie erwerben, ist auch der Umgang der Software ein anderer. Ein Sitzungsprotokoll oder eine REST-Schnittstelle gibt es erst mit Erwerb der Professional- oder Enterprise-Version, die auch mit höheren Kosten verbunden sind.

Wie funktioniert AnyDesk im Detail und ist AnyDesk gefährlich?

Wie funktioniert AnyDesk für Nutzer?

Ursprünglich ist die Software ein Projekt von Mitarbeitern, welche einst im Team der TeamViewer AG mitarbeiteten. Dieses Projekt stammt wiederum aus der bekannten Open-Source-Software.

Auch AnyDesk basiert auf Basis von Apps, die am jeweiligen Gerät installiert werden. Eine App kann dabei sowohl als Server und auch als Client fungieren. Im Netzwerk selbst ist eine neunstellige ID, die dafür sorgt, dass die beiden Geräte miteinander in Verbindung kommen. Für zusätzliche Sicherheit kann die ID auch im Nachhinein geändert werden. Das kommt jedoch auf die gewählte Lizenz an.

Wie funktioniert AnyDesk über die Dateiübertragung?

Mit dem Menü ist es möglich, Funktionen zu aktivieren und zu deaktivieren. So kann etwa die Freigabe dafür gegeben werden, ob Maus, Tastatur oder andere Elemente benutzt werden dürfen. Ebenso ermöglicht es eine Freigabe für Ton und Video, Aufzeichnungen des Sounds und Neustartmöglichkeiten. Das ist ein positives Argument, wenn es darum geht, ob AnyDesk gefährlich ist.

Ebenso ist es möglich, dass die Computer über ein Smartphone mit Android Betriebssystem gesteuert werden. Dort fungiert der Finger als Mauszeiger und kann so das andere Gerät fernsteuern.

Zur Verteilung der Dateien wird die Transfer-Funktion aktiviert und über den Dateimanager können benötigte Unterlagen einfach verschoben werden. Zwischen den einzelnen Tabs kann problemlos gewechselt und auch unterschiedliche Verbindungen können in einzelnen Fenstern geöffnet werden. Das führt zu einer insgesamt besseren Übersicht und erleichtert das zweifache Arbeiten.

Wie funktioniert AnyDesk über die Zusatzfunktionen?

AnyDesk verfügt über eine Reihe Zusatzfunktionen, die praktisch in der Nutzung sind:

  • Druckfunktionen
  • Bildschirmfotos
  • Leistung

Manchmal kommt es vor, dass die Synchronisierung nicht vollständig verläuft. Dann ist es möglich, auf einen sogenannten Grafikbeschleuniger auszuweichen. Über Bildschirmfotos kann die vollständige Sitzung verfolgt oder direkt mit dem Drucker des Nutzer gedruckt werden. Wie auch bei anderen Fernsteuerungssystemen können Bildschirme auf schwarzen Hintergrund geschaltet und die Farbtiefe reduziert werden.

Wie funktioniert AnyDesk über die Cloud?

In Unternehmen werden Daten heutzutage vielfach in die Cloud gespeichert. Der Zugriff auf die Cloud ermöglicht es, dass eine unüberschaubar große Datenmenge zusätzlich in einem externen System zwischen geparkt wird und demnach jederzeit abrufbar ist. Ist die Datenmenge für den Rechner-Speicherplatz zu groß oder gehen wichtige Daten verloren, können Sie über die Cloud jederzeit transferiert werden. Das ist auch mit AnyDesk möglich.

AnyDesk ist für eine schnelle Dateiübertragung geeignet und kann einfach über die Zwei-Faktoren-Authentifizierung bedient werden. Ein kurzer Code wird eingegeben und ein Countdown erscheint. Im Anschluss wird der Log-in freigegeben und AnyDesk kann einfach bedient werden. Sind Sie im System eingeloggt, sind Live-Daten aus der Cloud direkt abrufbar.

Das ist zum Beispiel nützlich, wenn eine Kundenpräsentation außerhalb des Netzwerks abgehalten werden muss oder der Remote-Zugriff des Clients nicht gestattet wird. Im Idealfall gleicht es einem virtuellen Arbeitsplatz innerhalb der Software. Durch die Nutzung der Cloud entsteht ein zusätzliches System, welches Datensicherheit erfordert. Demnach stellt sich auch hier die Frage, ob AnyDesk gefährlich ist.

Unbeaufsichtigter Zugang bei AnyDesk

Sicherheit und Datenschutz steht bei jeder Remote-Übertragung an erster Stelle. Um den unbeaufsichtigten Zugriff bei AnyDesk einzurichten, gibt es drei Schritte:

  • Installation von AnyDesk auf einem Gerät.
  • Konfiguration von AnyDesk auf dem Gerät.
  • Verbindung mit AnyDesk und dem entfernten Gerät.

Zuerst muss die neueste Version von AnyDesk installiert werden. Dazu kann die Software direkt über die Seite heruntergeladen werden. Der Download beginnt in der Regel automatisch. Ist das nicht der Fall, muss die Aktion händisch bestätigt werden. Das stellt in den meisten Fällen jedoch kein Problem dar.

Ist die Software installiert, muss AnyDesk konfiguriert werden. Dafür wird zunächst ein Passwort festgelegt. Um das Passwort entsprechend festzulegen, müssen Sie im Bereich „Sicherheit“ ein neues Kennwort festlegen. Mit einer erweiterten Lizenz ist es auch möglich, die entfernten Geräte zu einem Adressbuch hinzuzufügen.

Abschließend wird die Verbindung und somit der unbeaufsichtigte Zugang hergestellt. Ist auf dem entfernten Gerät ein Passwort festgelegt, können Sie sich mit diesem anmelden. Im Anschluss wird eine sichere Verbindung hergestellt und Sie können die Fernsteuerung uneingeschränkt nutzen.

Ist AnyDesk gefährlich?

Der Umgang mit AnyDesk und die Risiken

Sobald der Zugriff über AnyDesk läuft, kann der ferngesteuerte Rechner bedient werden. Unterdessen kann eine Bedienung des Rechners auch von der Person selbst erfolgen. Das bedeutet demnach auch, dass Einzahlungen getätigt werden können, ohne, dass die eigentliche Person eine Befugnis dafür erteilt hat. Kommt die unbefugte Person auch an Bankdaten oder andere sensible Daten heran, können langfristige und kostenintensive Schäden an der betroffenen Person entstehen.

Trading und AnyDesk sind nur wenig kompatibel

Geht es um das Online-Trading, ist AnyDesk gefährlich, wenn Sie nicht auf Ihre Daten achten. Selten kommt es zu Sicherheitslecks, doch passiert es, sind Online-Trader die ersten Leidtragenden. Privatanleger können durch den unerwünschten Fernzugreif einfach Ihr Geld verlieren oder ungewollt mehr investieren, was wiederum zu einem verheerenden Finanzfiasko für den Betroffenen werden kann. Umso wichtiger ist es, sich im Vorhinein zu überlegen, ob die Software auch mit hochsensiblen Daten kombiniert werden soll.

Tipps zur Sicherheit bei der Nutzung von AnyDesk

Eine der wichtigsten Sicherheitsfunktionen bei AnyDesk ist, dass der Zugriff von Serverseite aus, auf ausschließlich vorgegebene Clients beschränkt werden kann. Das bedeutet, der Nutzer bestimmt, welche ausgewählten Rechner innerhalb des Netzwerkes auf den Server zugreifen können. Das sind meist jene mit den sichersten Verbindungen. Um ein weiteres Sicherheitsleck zu schließen, sollten Sie den privaten und beruflichen Teil strickt voneinander trennen. Je kleiner Sie die Sicherheitslücke machen, umso besser ist es für die Software.

Ein Leck in der Fernwartungssoftware kann immer vorkommen und wird dann durch sogenannte Technical-Support-Scammer ausgenutzt. Diese geben am Telefon oder per E-Mail vor, dass Sie die Software aus einem bestimmten Grund updaten oder warten müssen und installieren anschließend eine schadhafte Software im Hintergrund. Haben Sie jedoch beide Bereiche getrennt und zusätzlich eine Zugangsbeschränkung eingestellt, wird dieser Zugang automatisch blockiert. Sie können die Fernverbindungen der beiden Geräte auch über Proxy oder Direktverbindung einstellen. Wird der Zugang über die Firewall gesperrt, ist es auch möglich, Alternativen zu wählen.

Tipps, wenn das Geld und die Daten einmal verloren sind

Gegen eine rechtswirksame Entschädigung gehen Sie am besten mit einem Anwalt vor. Suchen Sie einen Juristen, der speziell diesen Bereich vertritt und versuchen Sie Ihren Schaden geltend zu machen. Womöglich gibt es bereits eine Sammelklage gegen eine Betrugsmasche, an der Sie sich beteiligen können.

Alternativ gibt es nur den Weg, in Zukunft vorsichtiger und sicherer unterwegs zu sein. Ein Anlegerschutz kann hier insbesondere bei Trading- und Geldproblemen helfen.

Ist AnyDesk ein sicherer Weg zur Nutzung von Fernverbindungen?

AnyDesk ist im Grunde genommen nicht weniger sicher wie auch andere Fernsteuerungsplattformen es sind. Geht es um Remote-Software, kann ein Datenleck nie zu 100 Prozent ausgeschlossen werden und es besteht immer wieder einmal die Gefahr, dass es zu einem Datenangriff Dritter kommt. Ist das der Fall, lohnt es sich, berufliche und private Daten bereits im Vorhinein sorgfältig zu trennen und wichtige finanzielle Erledigungen nicht über dasselbe Gerät zu unternehmen.

Funktioniert die Nutzung und ist man über die Cloud verbunden, stellt die Software ein modernes und zeitgenössisches Tool zur Fernübertragung dar. Es ist ein praktisches Tool für den Remote-Zugriff wichtiger Daten und bietet auch privaten Nutzern eine einfache und sachgemäße Nutzung.

Schreibe einen Kommentar

Cookie Consent mit Real Cookie Banner