Cybertrading Fraud

Bei einem Cypertrading Betrug oder einem „Cybertrading Fraud“ investieren Geschädigte Geld bei einem Online-Broker oder einer Online-Plattform.

Einzahlungen über Krypto-Börsen

Die Einzahlungen werden häufig über Kryptobörsen, wie Binance oder Coinbase, vollzogen. Auszahlung von Geldern oder Gewinnen werden nicht vorgenommen. Vielfach soll vor einer Auszahlung eine weitere Einzahlung geleistet werden. Einzahlungen werden beispielsweise für angebliche Kapitalertragssteuern gefordert.

Schneller telefonischer Kontakt

Nachdem die Geschädigten ihre Kontaktdaten auf diversen Webseiten eingeben, werden diese je nach Situation einem Broker zugewiesen. Ein Mitarbeiter nimmt telefonisch Kontakt mit dem Geschädigten auf.

Es erfolgt dann eine Kundenverifikation. Häufig mit einem Personalausweis. Im nächsten Schritt zahlen dann die Geschädigten in der Regel einen Betrag von 250,00 Euro oder 500,00 Euro ein.

Schnelle Gewinne bei Cybertrading Fraud

Auf dem Handelskonto können dann spannende Entwicklungen beobachtet werden. Es wird eine starke Wertsteigerung der Investition suggeriert. Mit dieser Wertsteigerung im Hintergrund fordern die Täter die Geschädigten zu weiteren Einzahlungen auf.

Teilweise werden Geschädigte auch zu Einzahlungen genötigt. Eine Auszahlung der eingezahlten Beträge erfolgt in der Regel nie.

Strafbar als gewerbsmäßiger Betrug

Die Strafbarkeit ist gem. § 263 Abs. 5 Strafgesetzbuch (StGB) begründet. Es liegt ein gewerbsmäßiger Betrug als Bande vor. Die Täter spiegeln die falsche Tatsache vor, dass Geld im Wert angelegt wird. Tatsächlich werden die Beträge nicht investiert oder angelegt, sondern von den Tätern einbehalten.

Dabei schädigen sie das Vermögen der Investoren und verschaffen sich damit den Vermögensvorteil. Nach kriminalistischer Erfahrung sind mindestens drei Personen involviert. Die Gewerbsmäßigkeit des Betruges ist häufig allein schon aufgrund der erlangten Gelder gegeben. Hier werden hohe Beträge erschlichen.

Geschäftssitz in der Karibik

Viele betrügerische Online-Broker nutzen den Anbieter Cloudflare als Provider. Cloudflare vermittelt lediglich den Datenverkehr, sodass es schwierig ist, die Täter zu ermitteln. Teilweise werden die Domains in Karibikstaaten registriert, beispielsweise auf den Marshallinseln. Die Polizei macht vielfach die Erfahrung, dass Ermittlungen zu den nach außen in Erscheinung tretenden Domains nicht zielführend sind.

Die Server werden auf die Scheinfirmen angemietet und in der Regel aus den Geldern des Geldwäschenetzwerks bezahlt. Interessant sind daher nur protokollierte IP-Adressen. Hier kann eine Auswertung zu kriminalistischen Ergebnissen führen.

Ermittlungen in der Blockchain

Soweit Zahlungen über Kryptobörsen gehen, sind Ermittlungen in der Blockchain notwendig. Zahlungen werden häufig an Binance oder Coinbase geleistet. Bei beiden Unternehmen handelt es sich um Bitcoin-Börsen. Hier wird mithilfe der Täter ein Konto auf Namen der Geschädigten eingerichtet.

Ermittlungen der Polizei haben dann das Ziel, Bestandsdaten bei Binance und Coinbase in Erfahrung zu bringen und die Zahlungsempfänger so zu ermitteln. Die Nutzer sind häufig im Ausland ansässig. Daher muss auch der weitere Weg des Geldes in der zweiten Ebene nachvollzogen werden. Profis nutzen mindestens zwei Ebenen im Geldwäschenetzwerk.

Gründung von Scheinfirmen

Um die Geldwäsche zu ermöglichen, werden Scheinfirmen eröffnet. Eingezahlte Gelder werden sodann durch die Hintermänner bei echten Kryptobörsen genutzt, um Bitcoins zu kaufen. Die Scheinfirmen sind dann das Ersteinzahlungskonto.

Um bei Bitcoin-Börsen weitere Informationen über die Zahlungsempfänger zu erhalten, ist teilweise eine justizielle Rechtshilfe notwendig. Daten können auch über die FIU eingeholt werden.

Hilfe bei Cybertrading Fraud

Die obigen Ausführungen zeigen, dass Ermittlungen in Cybertrading-Fraud-Fällen aufwendig sind. Dennoch sollten Betroffene nicht so schnell aufgeben und versuchen, mit verschiedenen Mitteln ihre Gelder zurückzuholen.

Soweit ich für Sie tätig werden darf, versuche ich, ebenfalls den Weg des Geldes zu verfolgen und dort mit juristischen Maßnahmen anzusetzen. Ziel ist es, die investierten Beträge, oder zumindest Teile der investierten Summen zurückzuholen.

Gern können Sie mit mir per E-Mail Kontakt aufnehmen unter rechtsanwalt@broker-zahlt-nicht.de.

Schreibe einen Kommentar

Cookie Consent mit Real Cookie Banner